Sie haben nichts mit den afrikanischen Raubkatzen zu tun und sehen ihnen auch nicht ähnlich, sind aber in ihrem Bereich ebenso gefährlich. Die Rede ist von den Ameisenlöwen oder auch der Gemeinen Ameisenjungfer (Myrmeleon formicarius), einem Insekt aus der Ordnung und der Familie der Ameisenjungfern.

Die weiblichen Tiere des dämmerungs- und nachtaktiven Insektes legen etwa 20 Eier an trockenen, warmen und sandigen Stellen ab und stellen dazu kleine Gruben her -meist mehrere in engerer Nachbarschaft.

Die Larven, borstig mit kräftigen, Mandibeln genannte Mundwerkzeugen, und dort mit je drei starken Zähnen bewehrt, sitzen im Zentrum dieser Gruben und fangen als Lauerjäger in die Grube geratene Ameisen. Aber auch sonstige Fluginsekten, die sich nähern und dem lockeren Sand nicht entkommen können, werden vom Ameisenlöwen nicht verschmäht, mit den Mundwerkzeugen gepackt, vergiftet und ausgesaugt. Ein Vorgang, der ja auch bei Spinnen bekannt ist.

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Meist bleiben sowohl die Imagines als auch die Gruben der Larven unentdeckt oder werden für Trichter von Würmern gehalten und meist eingeebnet. Sind drei Larvenstadien durchlaufen, setzt nach zwei Jahren die Verpuppung ein, in einem kugelförmigen aus Seide und Sand bestehenden Kokon. Nach dem Ende der Verwandlungszeit entsteht eine neue Ameisenjungfer. Die beiden vorkommenden Arten sind selten und wegen ihrer Habitatsansprüche – das sind lockere, sandige, südexponierten Stellen unter Baumstämmen, Binnendünenbereiche und an Hauswänden – auch vom Aussterben bedroht.


Weitere Meldung (von Frau Andrea Mages, Alzey)

Typische Trichter des Ameisenlöwen vor einer Gartenhütte am Sportfeldring in Bornheim
(s.a. Vergrößerung unten).

Mehrere Trichter entlang des Wandfundaments

Weitere Trichter an der Nebenwand

Besten Dank für diese Meldung! Es werden auch Meldungen aus der Region außerhalb des Donnersbergkreises gern entgegen genommen.


Meldung von Herr Joscha Erbes, Alzey (Forstamt Alzey)

Am Privathaus in Alzey entlang der Bahnlinie Richtung Kirchheimbolanden befinden sich an der Hauswand ca. 20 – 40 Trichter. Eine Lebendfütterung mit Ameisen wird gern angenommen.


Meldungen über das Vorkommen des Ameisenlöwen bitte an Info@pollichia-donnersberg.de mit Ortsangabe und (wenn möglich) Bild.

Die Ameisenlöwen – Meldeaufruf (Aktualisierung)

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